Dokomi 2017 Feedback und was ist das überhaupt?

Dokomi 2017 Feedback und was ist das überhaupt?

Was ist die Dokomi?

Die Dokomi ist eine Anime Convention in Düsseldorf, sogar die größte in Deutschland mit etwa 40.000 Besuchern an einem Wochenende. Die Convention findet auf dem Messegelände statt und die Leute bevölkern zusätzlich zahlreich den Nordpark.

Dem was das Thema Anime/Otaku angeht unbedarften fallen wahrscheinlich die Scharen von Cosplayern auf, vor allem in oben genannten Park. Cosplay ist einfach gesagt verkleiden, teilweise auch in eine eigene Rolle schlüpfen. Dabei geht es hauptsächlich um Anime/Manga Charaktere, aber auch Gaming. Die Cosplays sind teilweise in monatelanger Handarbeit aufwändig selbst gemacht. Man kann sie aber natürlich auch fertig kaufen. Natürlich gibt es bestimmte Charaktere die man häufiger sieht als andere, grundsätzlich ist die Vielfalt nahezu grenzenlos. Man muss allerdings nicht cosplayen, jeder ist auch so willkommen.  Im Anschluss einige Beispiele von verschiedenen Conventions:

Grundsätzlich wird sich hier aber nicht nur verkleidet sondern, allgemein gesagt, die japanische Kultur gefeiert. Das ganze mit Showacts aus Japan oder auch aus Deutschland die entsprechende Einflüsse leben. Dazu kommen etliche Workshops zu Themen wie Fotografie, Cosplays nähen, japanisch lernen oder Kurse zum Schreiben von spannenden Geschichten und vieles, vieles mehr.

Zahlreiche Händler versammeln sich und verkaufen Mangas, Anime, Figuren, Kleidung, japanische Süßigkeiten usw. Man kann also jede Menge Geld dort lassen. Aber auch ohne die Motivation sich mit allerlei Dingen einzudecken macht das stöbern und anschauen einfach Spaß. Die Figuren sind so etwas wie die Königsdisziplin des Sammelns. Es gibt sie in günstig (und meist nicht so detailliert) bis hin zu mehreren hundert Euro teuren Varianten, die handbemalt und unglaublich detailverliebt sind. Die Auswahl ist nahezu grenzenlos. Zu jedem erdenklichen Charakter gibt es eine oder mehrere Figuren zur Auswahl. Hier meine ehemalige kleine Sammlung als Beispiel:

Begleitet wird die Dokomi von den mittlerweile traditionellen Abendveranstaltungen, der Disco und dem Cosplay Ball, bei denen jeweils ausgiebig gefeiert wird. Entweder zu moderner japanischer elektronischer Musik oder im großen Ballsaal zu meist eher klassischen Stücken. Beides hat seinen ganz eigenen Reiz. Zum einen konnte ich mir vorher keine Disco vorstellen bei der ohne Alkohol über Stunden so eine großartige Stimmung herrscht, zum andern sind die Kleider für den Ball der absolute Hingucker.

Ein weiteres Highlight aus den Veranstaltungen ist die Charakterversteigerung, bei der sich Cosplayer bzw. Cosplaygruppen für einen guten Zweck versteigern lassen. Derjenige der den Zuschlag bekommt darf dann zwei Stunden Zeit mit seinen ersteigerten Leiten verbringen. Hierbei kommen dann auch mal über 1000€ für einige der Maids zusammen die sonst für das leibliche Wohl der Besucher des Maid Cafés sorgen.

Ich zähle mich selbst garnicht wirklich zu der Szene dazu, aber es zieht mich doch immer wieder auf entsprechende Veranstaltungen, es ist einfach faszinierend und schön. Die Leute dort werden von Außenstehenden ja gerne mal belächelt. Es seien Außenseiter oder noch schlimmeres, weil man sich so verkleidet. Ich muss allerdings sagen, dass mir kein Event bekannt ist, was so friedlich abläuft, wo alle Anwesenden unglaublich nett sind und heutzutage ständig genannte Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung  wirklich gelebt werden. Davon können sich viele Gesellen da draußen mal eine ordentliche Scheibe abschneiden.

Dokomi 2017 – Feedback

Ich war jetzt dieses Jahr zum dritten Mal dort, nach 2014 und 2015. Vieles hat sich verbessert, aber es gibt auch noch alte und neue Baustellen. Diesen Blogbeitrag möchte ich auch für Feedback nutzen.

Programmheft

Das Programmheft war dieses Jahr leider wieder wahnsinnig unübersichtlich, das machen andere Cons wie die Connichi seit Jahren besser. Ich habe jedes Mal das Gefühl einfach nur auf gut Glück durch zu blättern bis ich die entsprechende Seite gefunden habe. Es gibt kein vernünftiges Inhaltsverzeichnis, bzw. es würde schon reichen die Hallenpläne ganz an den Anfang oder ans Ende zu setzen und selbiges dann auch mit den Veranstaltungsplänen. Die Inhalte des Hefts selbst sind allerdings gut und ansprechend gestaltet. Das Heft informiert über alles wichtige.

Einlass

Der Einlass war dieses Jahr samstags eine einzige Katastrophe, niemand wusste genau wo die Schlange beginnt, bzw. es gab einfach nur eine Schlange die sich dann kurz vorm Eingang teilte in eine für Besucher mit Ticket und eine ohne Ticket. Das führte dazu, dass Leute teilweise drei Stunden in der Hitze warten mussten und es in diesem Außenbereich keine Möglichkeiten gab etwas zu trinken zu bekommen. Möglicherweise lag diese extreme Schlangenbildung an den sehr ausführlichen und somit vorbildlichen Taschenkontrollen. Wobei diese am Sonntag dann nur noch sehr schlampig und sporadisch durchgeführt wurden, dafür der Einlass selbst aber sehr schnell voran ging. Außerdem war die zweite Schlange für die wenigen ohne Ticket auch für alle anderen offen.

Man könnte im nächsten Jahr einfach einen generellen zweiten Eingang installieren, zB im CCD Ost wo der Eingang für Aussteller war. Wie gut das klappt kann man an der Gamescom sehen, dort gibt es weit über 100.000 Besucher am Tag und es kommt trotzdem kaum zu Wartezeiten am Einlass.

Hallen

Im Vergleich zu meinen ersten beiden Dokomis war sie dieses Jahr enorm gewachsen und somit aus dem Congress Center in die großen Hallen umgezogen. Dieser Schritt war aufgrund des großen Wachstums notwendig und hat auch große Vorteile, zB sind die Händler in einer großen Halle, was das ganze deutlich übersichtlicher macht. Im Congress Center habe ich bis heute nicht das Gefühl mich jemals orientieren zu können, weil es so verwinkelt war. Große Hallen haben natürlich auch den Vorteil, dass es nicht so überlaufen ist und auch Stände eine Chance bekommen die es vorher nicht gegeben hätte.

Soweit der denke ich recht objektive Teil. Subjektiv muss ich sagen, dass die Dokomi durch den Umzug leider etwas Charakter verloren hat und die Hallen nahezu seelenlos wirken. Das Congress Center war wie oben beschrieben schrecklich verwinkelt, aber das hatte seinen ganz eigenen Charme und trug zur Atmosphäre bei in diese eigene Welt einzutauchen. Hinter jeder Ecke gab es etwas zu entdecken und auch die Anordnung der Händler lud gefühlt eher zum Verweilen ein, es war einfach gemütlich. Das führte dann auch dazu, dass man mit den Leuten besser ins Gespräch kam. Die Verteilung auf die einzelnen großen Hallen führte dann auch dazu, dass man jedes Mal den riesigen Platz in der Mitte des Geländes überqueren musste, der bis auf die Paar Essensstände völlig leer war.

Es stellt sich natürlich die Frage ob man beides zukünftig kombinieren kann oder wenigstens in den vorhandenen Hallen für Atmosphäre sorgen kann. Klar verstehe ich, dass man da mit der Gamescom und deren gigantischen Ständen nicht mithalten kann, aber mit etwas mehr Liebe zum Detail lässt sich das sicher ordentlich aufwerten. Ich verstehe natürlich auch, dass dies das erste Mal in den großen Hallen war und deshalb nicht sofort perfekt sein kann.

Essen

Beim Essen gab es eine große Verbesserung zu den Vorjahren. Zu den bisherigen Snack Ständen und dem Restaurant in dem ich bisher nie gegessen hatte kamen einige, so weit ich das probieren konnte, leckere Foodtrucks dazu. Allerdings darf das auch gerne noch mehr werden, zum einen weil Auswahl nie schlecht ist und zum anderen waren die Schlangen teilweise sehr lange. Vor allem fraglich warum es nur einen Bubble Tea Stand gab (ich habe zu mindest keinen zweiten gesehen), die Schlange war permanent riesig.

Entertainment

Was Shows und Workshops angeht war das Programm gewohnt vielfältig. Man konnte immer etwas tun oder sich etwas anschauen. Mein Highlight war auch dieses Jahr wieder die Charakterversteigerung. Sonst haben wir die Zeit aber eher genutzt um uns einfach überall umzusehen.

Helfer

Bei den Helfern ist dieses Jahr auch alles beim Alten geblieben, stets freundlich, stets überall anzutreffen aber immer noch reines Glücksspiel jemanden zu finden der sich auskennt. Es geht hier auch um banale Fragen, wie zB wo ich hier am schnellsten etwas zu trinken bekomme. Wir landeten dann erstmal im Hostclub und danach bei den Foodtrucks, statt am kleinen Stand in der Halle.

Disco

Auch die Disco ist umgezogen in die Halle mit der Hauptbühne und hat somit deutlich mehr Platz, was der Geschichte auch eindeutig gut tut. Mehr Leute und durch die riesige Halle erträgliche Temperaturen.

Die Musik ist ja reine Geschmacksache, deshalb ist das jetzt rein subjektiv, aber es ist für mich jedes Jahr das selbe Problem. Der erste DJ, dieses Jahr DJ Ramrider, ist super. Danach wird es allerdings immer weniger gut.

Die Getränkesituation war dieses mal eine einzige Katastrophe, es gab nur einen kleinen Stand an dem sich nach 22 Uhr eine gigantische Schlange bildete. Bietet doch einfach eine dieser mobilen Cocktail Bars an zB, das erweitert das Angebot deutlich und verkürzt die Wartezeiten. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber glaube dass es in der alten nur halb so großen Disco mehr Bediener an der Bar gab als dieses Jahr.

Das klingt jetzt für diejenigen wahrscheinlich negativer als es eigentlich war und vieles ist sicherlich einfach der Tatsache geschuldet, dass die Convention sich dieses Jahr so drastisch vergrößert hat und das natürlich zu vielen neuen Herausforderungen führt. Aber gerade dann ist es wichtig die Baustellen die es aus meiner Sicht gibt klar zu benennen. Dies geschieht auch ausschließlich zu dem Zweck eine tolle Veranstaltung die ich ja jetzt seit einigen Jahren aktiv mit erlebe noch toller zu machen. Deshalb hier auch ein großes Dankeschön an alle die dieses tolle Event jedes Jahr aufs Neue möglich machen!

Bis nächstes Jahr!

3 Gedanken zu „Dokomi 2017 Feedback und was ist das überhaupt?

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